
Die Energiewende in Deutschland ist
eingeläutet. Schrittweise werden bis Ende 2022 alle deutschen Kernkraftwerke
abgeschaltet. Die sieben ältesten Kernkraftwerke sowie Krümmel sind bereits vom
Netz.
Um auf die Nutzung von Kernenergie zu
verzichten, ist ein Umstieg auf erneuerbare Energien erforderlich. Wir
brauchen
eine sichere, nachhaltige und bezahlbare Energieversorgung, die auf
Dauer ohne
Kernenergie auskommt. Daher hat die Bayerische Staatsregierung am
24. Mai 2011 das zukunftsweisende Bayerische Energiekonzept
„Energie innovativ“ verabschiedet, das umfassend
und konkret den Vollzug der Energiewende in Bayern beschreibt. Wir
wollen die erneuerbaren Energien deutlich schneller ausbauen und ihren
Anteil
am Stromverbrauch in den nächsten zehn Jahren auf 50 Prozent
verdoppeln.
Ziel bayerischer Energiepolitik ist
und bleibt es, die Energieversorgung auf eine sichere, kostengünstige und
klimafreundliche Basis zu stellen. Bayerns Stellung als Wirtschaftsstandort und
Hightech-Land hängt eng mit bezahlbaren Energiepreisen zusammen. Die
Energiewende bietet riesige Chancen für unsere Wirtschaft und unsere Industrie.
Innovative Energietechnik hat ein großes ökonomisches Potenzial. Die
erneuerbaren Energien werden als Zukunftstechnologie der Innovationstreiber und
der Job-Motor in diesem Jahrhundert sein.
Bayern soll das Land mit der
höchsten Energieeffizienz und dem höchsten Anteil regenerativer Energien sowohl
an der Stromerzeugung als auch im Wärmebereich werden. Dazu muss – wie bereits
erwähnt – der Ausbau der erneuerbaren Energien erheblich beschleunigt werden.
Gleichzeitig müssen Energiespeichertechnologien entwickelt und umgesetzt sowie
die Energieeffizienz- und -einsparpotenziale umfassend genutzt werden. An
unseren ehrgeizigen Klimazielen halten wir dabei fest: bis 2020 sollen die CO2-Emissionen
auf unter 6 Tonnen je Einwohner und Jahr sinken, bis 2030 auf unter 5 Tonnen.
Der Anteil der Biomasse an allen
erneuerbaren Energienträgern beträgt rund 70 Prozent. Somit ist Biomasse der
derzeit wichtigste erneuerbare Energieträger in Bayern. Bis 2021 soll der
Energieträger Biomasse 9 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs und knapp 10 Prozent
des Stromverbrauchs in Bayern decken.
Im südbayerischen Raum bietet sich
mit den Thermalwasservorkommen in den Malmkarbonaten die Möglichkeit einer
geothermischen Nutzung aus einer heimischen Energiequelle. Das über
Tiefenbohrungen in Bayern bisher erschlossene geothermische, hydrothermale
Potenzial liegt bei ca. 300 MW für die Wärmenutzung und zusätzlich 25 MW für
die Stromerzeugung. Bis zum Jahr 2021 soll die Tiefengeothermie knapp 1 Prozent
des Gesamtenergieverbrauchs und rund 0,6 Prozent des Stromverbrauchs in Bayern
decken. Die GeoBioEnergie Konferenz leistet hierbei wertvolle Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit.
Gerne habe ich die Schirmherrschaft
für die Veranstaltung übernommen. Ich danke den Initiatoren und allen
Beteiligten ganz herzlich für ihr Engagement und wünsche interessante,
erfolgreiche Konferenztage.
Dr. Marcel Huber MdL
Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Gesundheit
