IFAT Industry Insights

Künstliche Intelligenz in der Umwelttechnik

Experten zeigten beim IFAT impact Business Summit die Potenziale beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Umwelttechnologiebranche auf. Zwei Start-up-Unternehmer lieferten zur Theorie die Praxisbeispiele.

„Am unmittelbarsten und stärksten kann sich Künstliche Intelligenz im Greentech-Bereich beim Management des Klimawandels und bei der Kreislaufwirtschaft auswirken“, ist sich Dr. Philipp Gerbert sicher. Der Direktor bei appliedAI, Deutschlands führender Initiative für Künstliche Intelligenz (KI), war einer der Experten der Live-Online-Diskussion „Künstliche Intelligenz in der Umwelttechnik“ beim IFAT impact Business Summit Mitte September dieses Jahres. Allerdings müsse die KI nach seinen Worten zunächst ihren eigenen CO2-Fußabdruck eliminieren, mit dem sie durch die Emissionen aus dem Stromverbrauch der Rechenzentren belastet sei.

Prof. Dr. Ralf Boris Wehrspohn, Vorstand im Bereich Technologiemarketing und Geschäftsmodelle bei der Fraunhofer-Gesellschaft e.V., verwies in seiner Keynote unter anderem auf die zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten von KI und Maschinellem Lernen in der Wasserwirtschaft. Diese reichen vom Online-Monitoring von Trinkwasser über die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Resilienz von Kläranlagen bis zum nachhaltigen städtischen Wassermanagement.

Hürden beim Technologietransfer

Bevor aus guten Forschungs- und Entwicklungsideen auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz allerdings marktfähige Produkte werden können, müssen viele zeitraubende Hürden überwunden werden, zu denen laut Dr. Gerbert im Speziellen auch die Skalierung der gefundenen Lösungen gehört. In diesem Zusammenhang betonte Prof. Wehrspohn: „Der beste und schnellste Weg zum Technologietransfer von KI und Maschinellem Lernen sind Start-ups.“

Künstliche Intelligenz: Chancen beim Management von Klimawandel und Kreislaufwirtschaft Shutterstock, Robsonphoto

Beispiel: Effiziente Flottenplanung nahe an den Kundenbedürfnissen

Als eines dieser gelobten Jungunternehmen war adiutaByte (Sankt Augustin/Deutschland) in der Diskussionsrunde vertreten. Dessen Mitgründer und Geschäftsführer Dr. Dustin Feld berichtete: „Bei unserer Flottenplanungssoftware kombinieren wir menschliches Spezialwissen – über Prozesse und die teilnehmenden Personen sowie deren Wünschen – mit algorithmischer Stärke in der mathematischen Optimierung.“ Als Anwendungsbeispiel aus der Umweltbranche führte er das Projekt „Waste Hunter“ aus dem vergangenen Jahr an, bei dem es um Lösungen für die Flottenplanung in der Sondermüll-Entsorgung der Stadt Herne ging. Berücksichtigt wurden dabei viele Faktoren, wie beispielsweise die innerstädtische Verkehrssituation, das Wetter und Veranstaltungen. Im Ergebnis konnten die Beschäftigten des Service-Centers entlastet, die Touren verlässlicher geplant und die Wegstrecken verringert werden. Der Umwelt blieben dabei nach Aussagen von Dr. Feld acht Tonnen an CO2-Emissionen erspart.

Beispiel: Ein autonomer Roboter reinigt Festivalgelände und Parks

Die Welt ein klein wenig sauberer machen will das Start-up Angsa Robotics aus Garching bei München. Möglich werden soll dies durch einen autonomen Roboter, der in der Lage ist, kleine Abfallobjekte, wie Zigarettenstummel, Kronkorken oder Plastikschnipsel auf Gras- oder Schotterflächen zu erkennen und aufzusaugen. „Essentiell ist dabei das von uns entwickelte, künstliche neuronale Netzwerk, das mit tausenden Bildern trainiert wird“, schilderte Angsa-Mitgründer Karl Schulz in der Diskussionsrunde und fuhr fort: „Auf Grundlage dieser großen Datenmengen kann der Roboter andere Objekte, wie Laub und Zweige, ignorieren.“ Zielgruppen für das momentan als Prototyp vorliegende System sind Festival-Veranstalter und die Verwaltungen öffentlicher Parks. Die kommerzielle Verfügbarkeit ist für das Jahr 2021 geplant.

Organisator der Diskussionsrunde war das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.

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