IFAT Industry Insights

Markteinblick China: Zero Waste Cities

Prof. Xianlai Zeng von der Tsinghua University Peking (School of Environment) berichtet beim IFAT impact Business Summit von der Vision, wonach es bereits bis zum Jahr 2050 nicht nur in China, sondern weltweit die ersten „Zero Waste Cities“ geben könne.

Nach den Ausführungen von Prof. Huijuan Dong , Universität Shanghai (School of Environment), orientiert sich das Konzept der „Zero Waste Cities“ in China eng am Konzept der „Circular Economy“ (CE). Diese basiert auf den drei „R“ – Reduce, Reuse, Recycle – und wird um den Aspekt ergänzt, auch das Deponieren von Müll zu reduzieren. Zum Aufbau des Konzepts werden zwei Hauptpfade verfolgt: die industrielle sowie die städtische Symbiose. Industrielle Symbiose bedeutet, dass die Fabriken in China mehr und mehr die eigenen sowie die Abfälle fremder Industriezweige als Rohstoffquelle nutzen sollen. Der aus den Haushalten anfallende Müll (städtische Symbiose) soll ebenfalls in der Industrie verwertet werden und beispielsweise in Form von Abwärme in die städtischen Haushalte zurückfließen. Generell habe man das japanische Projekt der „Ecotowns“ zum Vorbild, sagte Dong. Erste Ansätze dafür gebe es bereits in Shanghai oder Peking. Andere Städte sollen diesem Beispiel folgen.

Zero Waste City
Chinas Vision: Reduce, Reuse, Recycle – und das Deponieren von Müll reduzieren. Shutterstock, petrmalinak

Volle Umsetzung bis zum Jahr 2050

Das staatliche Pilotprogramm zum Aufbau von Zero Waste Cities in China stellte Prof. Nana Zhao vor, die am Basel Convention Center sowie am Stockholm Convention Regional Centre for Asia and the Pacific arbeitet. Das Programm startete 2018 und läuft bis zum Jahr 2050. Insgesamt wurden 11 Pilotstandorte und 5 Regionen ausgewählt, die besonders gefördert und evaluiert werden sollen (11+5-Programm). Darunter befinden sich Großstädte wie Shenzen, Xuchang, Chongqing u.a.. Von Seiten des Umweltministeriums wurde eine Koordinationsgruppe eingerichtet, die die Entwicklung begleitet und vorantreibt, so Zhao – im vergangenen Jahr beispielsweise durch eine große Konferenz und Workshops. Die chinesische Entwicklungsbank habe für das Programm 4 Milliarden Yuan zur Verfügung gestellt (umgerechnet etwa 500 Millionen Euro). Momentan befinde man sich in der ersten Projektphase (2019-2020), in der die Pilotstandorte implementiert werden, sagte Zhao weiter. In der Zeit vom 2020 bis 2035 sollen sich die Standorte entwickeln und ihre Erfahrungen an andere Regionen weitergeben. Erst für die Jahre 2035 bis 2050 sei die volle Umsetzung zu Zero Waste Cities geplant, erklärte Zhao abschließend.

Europäische Initiative verfügt über ein großes Netzwerk

Kurz umrissen wurde auch das europäische Projekt „Zero Waste Europe“. Im Gegensatz zum chinesischen Beispiel wird es von einer Nichtregierungsorganisation getragen und verfügt gegenwärtig über ein Netzwerk von 400 Städten. Programmkoordinator Jack McQuibban erwähnte in diesem Kontext einige Best-Practice-Beispiele aus der Initiative, darunter die Städte Contarina (Italien), Salacea (Rumänien) und Ljubljana (Slowenien).

Veranstaltende Organisation: Tsinghua Universität, Peking

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