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Schadstoffe im Wasser aufspüren und analysieren

„Derzeit sind rund 130 Millionen verschiedene Substanzen bekannt – Tendenz steigend“, erläuterte Dr. André Liesener, Westfälische Wasser- und Umweltanalytik GmbH (WWU). Diese Stoffe lassen sich in Wasser mit Hilfe der sogenannten Target-Analytik nachweisen und quantitativ exakt bestimmen.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man gezielt nach ihnen sucht, weil man sie in einer Probe vermutet. Die Target-Analytik gelangt dort schnell an ihre Grenzen, wo das Wasser einen ganzen Cocktail an Substanzen erhält, von denen man nur einen Bruchteil kennt.

Hier kommen neue Screening-Verfahren zum Einsatz, die erst fünf oder sechs Jahre alt sind, wie André Liesener betonte. Sowohl das NonTarget-Screening (NTS) wie das Suspect Target Screening (STS) sind darauf ausgelegt, eine möglichst breite Zahl an Substanzen zu erfassen und hierfür einen qualitativen Nachweis zu erbringen. Auch die Abwesenheit eines Stoffes lässt sich über diese Techniken mit Einschränkungen belegen. Die erhaltenen Informationen können dann genutzt werden, um für die quantitative Bestimmung tatsächlich relevanter Stoffe Target-Methoden gezielt zu entwickeln. „Unsere Laborkapazitäten lassen sich so viel effizienter nutzen“, sagte Liesener.

Wasser-Erkennung
Nur mit einer gezielten Suche lassen sich die Substanzen auch aufspüren.Shutterstock, Mr_Mrs_Marcha

Neue Verbindung entdeckt

Im Auftrag der Gelsenwasser AG untersucht der Chemiker regelmäßig das Wasser im Wasserwerk Haltern südlich von Münster. Rund 200 Substanzen, davon 120 Pflanzenschutzmittel werden hier per Target-Analytik kontinuierlich überwacht. Liegen die Schadstoffkonzentrationen über den Grenzwerten, werden die betreffenden Stoffe mit Hilfe von Aktivkohle aus dem Wasser entfernt. Um Kosten zu sparen, erfolgt die Zudosierung der teuren Aktivkohle allerdings abhängig von den ermittelten Konzentrationswerten. Gleichwohl ist dieses ausgeklügelte Überwachungskonzept nicht in der Lage, alle im Wasserwerk anfallenden Stoffe zu erfassen. Ergänzend stützt sich das WWU seit einiger Zeit deshalb auf die Ergebnisse von NTS und STS. Tatsächlich, so Liesener, konnte dank dieser Techniken eine Substanz (Terbotlyazin) dingfest gemacht werden, die man bislang nicht im Blick hatte. Die Substanz wird als Pflanzenschutzmittel verwendet, stellt aber auch das Abbauprodukt anderer chemischer Verbindungen dar, die beispielsweise durch Arzneimittel über den Endverbraucher ins Wasser gelangen. Mit der daraufhin eingesetzten Target-Analytik konnte schließlich der quantitative Nachweis für die Substanz erbracht werden. In Zukunft kann dieser Stoff daher engmaschiger kontrolliert werden.

Veranstaltende Organisation: Deutscher Verein des Gas-und Wasserfachs e.V. (DVGW)

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